Die Ernährungsinitiative hat wichtige Fragen aufgeworfen. Wie sichern wir unsere Ernährung langfristig? Wie schützen wir Biodiversität, Boden und sauberes Wasser? Und wie machen wir unsere Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel? Diese Anliegen teilt die GLP ausdrücklich. Die jüngst eingereichten Vorstösse rund um das Thema Wasser, Hitze und Kältestrategie im Parlament sollen diesen Weg ebnen. Die heute abgelehnte Initiative hätte jedoch sehr weitreichende staatliche Eingriffe in Produktion, Verarbeitung, Handel und Konsum erforderlich gemacht.
«Das ist ein Nein der Vernunft und kein Nein zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, gesunden Böden und sauberem Wasser. Im Gegenteil: Wir müssen unsere Lebensmittelproduktion nachhaltiger und widerstandsfähiger machen. Aber Ernährungssicherheit lässt sich nicht mit einer starren Prozentzahl in der Verfassung schaffen», sagt Jürg Grossen, Präsident der GLP Schweiz.
Für die GLP ist Ernährungssicherheit weit mehr als der Selbstversorgungsgrad. Dazu gehören eine innovative und eine standortangepasste und bodenschonende Landwirtschaft, nachhaltige Produktionsmethoden, stabile Handelsbeziehungen und Lieferketten sowie die Anpassung an den Klimawandel.
Die GLP hatte sich im Parlament für einen Gegenvorschlag eingesetzt, der zentrale Anliegen der Initiative aufgenommen hätte, ohne die starre 70-Prozent-Vorgabe zu übernehmen. Nach dem heutigen Nein gilt es, diesen Weg weiterzuverfolgen: Die Herausforderungen für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und natürliche Ressourcen bleiben – auch nach diesem Abstimmungssonntag.